Großer Bahnhof in der Mondlandschaft

Großer Bahnhof in der Mondlandschaft
Bild: © ENNI
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Projektpartner weihten den Windpark Kohlenhuck hoch über Moers ein
 
Geröll und Krater, soweit das Auge blickt – auf dem einer Mondlandschaft gleichenden Plateau der Halde Kohlenhuck haben die Projektpartner ENNI Energie & Umwelt Niederrhein (ENNI), RAG Montan Immobilien (RMI) und Mingas Power (Mingas) im Moerser Norden am Freitag den Windpark Kohlenhuck offiziell vom Anlagenbauer Enercon übernommen. Der hatte die Alltagstauglichkeit der vier Groß-Windanlagen seit Ende März auf Herz und Nieren geprüft, die zukünftig rund 32 Millionen Kilowattstunden Ökostrom für 9000 Haushalte in der Region liefern. ENNI kann ihren regenerativen Erzeugungsanteil dadurch auf rund 30 Prozent des lokalen Strombedarfs schrauben. So gab es unter den zahlreichen Gästen in der luftigen Höhe des „Kohlenhucks“ auch einen zufriedenen Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer, der die Gäste begrüßte und die Windräder mit Vertretern der Projektpartner durch einen Druck auf den roten Knopf symbolisch in Betrieb nahm: „Zum zweiten Mal in wenigen Monaten können wir uns über ein Leuchtturmprojekt aus dem Bereich regenerative Energien freuen. Durch das Engagement von ENNI gehört Moers zu den Vorreitern auf diesem Gebiet in der Region.“
 
Für ENNI-Geschäftsführer Stefan Krämer ist der Windpark Kohlenhuck ein weiterer bedeutender Baustein seiner auf grüne Themen ausgerichteten Zukunftsstrategie. „Hier im Kohlenhuck ist die Energiewende für Bürger sicht- und spürbar. Hier erwirtschaften wir für unsere Heimatkommunen über viele Jahre hinweg nennenswerte Gewinne, zahlen Gewerbesteuern und helfen, Klimaziele zu erreichen“, betont der Energieexperte, dass dies nur durch die Allianz mit den Traditionsunternehmen RMI und Mingas möglich war. So vertreten die Geschäftsführer Uwe Bruckschen (ENNI), Ulrich Porath (RMI) und Gerd Wagner (Mingas) die Gesellschafter in der eigens hierzu gegründeten ENNI RMI Windpark Kohlenhuck GmbH auch gleichberechtigt. Dabei haben die Partner laut Bruckschen rund 20 Millionen Eu-ro in die vier über 190 Meter hohen Anlagen vor und auf der Bergehalde des ehemaligen Bergwerks Friedrich-Heinrich in-vestiert – „einem Ort“, der laut Bruckschen „wie kaum ein zweiter am Niederrhein symbolisch für den politisch gewollten Umstieg in das regenerative Energiezeitalter steht.“ Was viele nach einem mehrjährigen und durch dutzende Gutachten begleiteten Planungs- und Genehmigungsmarathon bezweifelt hatten, ist damit gelungen. „In rund achtmonatiger Bauzeit ist eines der aktuell größten Energiewendeprojekte am Niederrhein entstanden“, seien die Arbeiten laut Ulrich Porath nahezu reibungslos verlaufen. Er ist bei RMI für den Bereich Windenergie zuständig und weiß aus Erfahrung, dass dies längst nicht bei jedem Windprojekt so ist. „Der Standort ist ideal, da die Windräder Bürger nicht in ihrem täglichen Leben beeinflussen.“ Letztlich habe auch technisch, etwa beim Bau der vier mehr als drei Meter hohen und im Durchmesser über 20 Meter großen Fundamente, alles gepasst. „Dabei haben Mitarbeiter einer auf den Grundbau spezialisierten Firma mit sogenannten Rüttelstopfsäulen den aus Abraum des Bergbaus bestehenden Boden mit rund 3000 Kubikmeter Kiesgemisch verdichtet und so die Tragfähigkeit des Untergrunds erhöht“, habe dies laut Gerd Wagner, dem den technischen Part steuernden Diplom-Ingenieur der Mingas, für die notwendige Standfestigkeit der Windräder gesorgt. Letztendlich habe auch die Anlieferung der Windmühlen und die Montage funktioniert, bei der man die wegen der Höhe aus Stahl und Beton bestehenden Hybridtürme mit einem Spezialkran wie Puzzlesteine zusammensetzte. „Auch das Wetter hat in den Wintermonaten weitestgehend mitgespielt“, berichtet Gerd Wagner, dass die erste Anlage hierdurch sogar früher als ur-sprünglich geplant Ende März an das Stromnetz ging.
 
Nach den zahlreichen Offiziellen nutzten am Samstag auch mehrere hundert Bürger die Gelegenheit, das Projekt beim so-genannten BürgerWindTag kennenlernen. Dazu hatte Ulrich Porath die noch unter sogenannter Bergaufsicht stehende Halde für die einen Tag geöffnet. So kamen die Gäste in Shuttlebussen dorthin, erkundeten das Innere einer der Windkraftanlagen und informierten sich an den Aktionspunkten beteiligter Partner. „Wie schon beim Windpark Repelen spüren wir großes Interesse in der Bevölkerung, das wir gerne stillen wollten“, war es ENNI-Geschäftsführer Stefan Krämer wichtig, seinen Kunden einen solchen Tag anzubieten.

Das Foto zeigt von links nach rechts: Ulrich Porath (Geschäftsführer Windpark Kohlenhuck), Bürgermeister Harald Lenßen (Neukirchen-Vluyn), Bürgermeister Christoph Fleischhauer (Moers), Andreas Brandt, Bernd Rosebrock (beide Mingas), Volker Marschmann (Aufsichtsratsvorsitzender der ENNI), ENNI-Geschäftsführer Stefan Krämer und Uwe Bruckschen (Geschäftsführer Windpark Kohlenhuck)