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75 Jahre 20. Juli – auch für Moers ein Datum!

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Bild: © NS-Dokumentationsstelle Stadt Moers

Zum 20. Juli jährt sich zum 75. Mal das Attentat der Widerständler um Graf von Stauffenberg auf Diktator Adolf Hitler. Die Auswirkung der anschließenden reichsweiten Repression bekamen auch viele Moerser zu spüren. Zum 22./23. August 1944 wurden mehrere Dutzend Personen aus dem damaligen Kreis Moers verhaftet. Grundlage dafür war die bereits seit 1935/1936 eingeführte A-Kartei der Gestapo, die sich vor allem gegen politisch Verantwortliche der Weimarer Republik richtete.

Aus Moers wurden so u.a. die profilierten Sozialdemokraten Peter Zimmer, Bernhard Jung und Emil Dörnenburg verhaftet. Erfassen wollte man innerhalb der „gegnerischen Strömungen“ auch Vertreter des „politischen Katholizismus“, was hier Politiker der Zentrumspartei wie den Bäckermeister Ernst Holla und Rektor Jakob Terheyden traf. Die Verhafteten kamen vom Moerser Gerichtsgefängnis über Krefeld in das Zuchthaus Anrath. Von dort wurden sie, wie Rektor Paul Gericke berichtete, von NSDAP-Kreisleiter Dr. Bubenzer – nach Rücksprache mit den Moerser Ortsgruppenleitern – zurückgeholt. Demgegenüber wurden viele der etwa 5000 im gesamten Reich Verhafteten noch zum Ende des Krieges in Konzentrationslager verschleppt. Die Überlebenden - wie in Moers Ernst Holla oder der zu Zuchthaus verurteilte  Sozialdemokrat Hermann Runge – gehörten nach der Befreiung zu den Männern der ersten Stunde, woran bald auch die neue Ausstellung zur Geschichte des Moerser 20. Jahrhunderts im Alten Landratsamt erinnern wird.

Den mutigen Widerstand gegen die nationalsozialistische Tyrannei im Altkreis Moers ehrt seit dem Jahr 2000 das Mahnmal vor dem Alten Landratsamt, für das sich damals 700 Bürgerinnen und Bürger einsetzten. Diesen in den Jahren von 1933 bis 1935 breiten Widerstand hatte vor allem die Arbeiterschaft im südlichen Altkreis getragen – die Forschung geht hier heute von mehr als 1000 Verhaftungen aus. An die vielen  ermordeten Widerständler – wie etwa Reinhold Büttner – erinnern Stolpersteine in Meerbeck-Hochstraß und in der Mattheck.