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Dem Kumpel Anton sein Klavier

das Akkordeon 

Mats Schröder lernt seit sieben Jahren Akkordeon an der Musikschule. Durch se...

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Moers. (pst) Stefan Kutscher hat im September 2018 die Akkordeonklasse der Moerser Musikschule übernommen. Er gibt Akkordeon-Unterricht, seit er 17 Jahre alt ist. Den Anstoß dazu gab das Instrument, das bei seiner Großmutter stand. Mit 18 Jahren hat er bereits an der Musikschule an Hanau unterrichtet. Neben der Unterrichtstätigkeit nach seinem Studium hat er zwei CDs aufgenommen, ein Akkordeon-Festival im hessischen Viernheim geleitet, Stücke geschrieben und arrangiert sowie andere Projekte rund um das Instrument durchgeführt. „Das Akkordeon ist ein sehr buntes Instrument, mit dem man viel experimentieren kann. Es ist in vielen verschiedenen Stilrichtungen einsetzbar. Das ist das, was ich besonders toll daran finde“, beschreibt der 52-Jährige die Faszination für sein Instrument. Beispielsweise hat der Musiker klassische Konzerte in der Kombination Orgel und Akkordeon gegeben.

Übe-Plan bringt Fortschritte beim Lernen
Die Moerser Musikschule hat eine lange Akkordeon-Tradition. In früheren Jahren waren bis zu 200 Schülerinnen und Schüler sowie bis zu fünf hauptamtliche Lehrkräfte in dem Fach tätig. Damit hatte Moers die größte Akkordeonklasse Deutschlands, was möglicherweise auch ein wenig an der Region liegt: In Bergbaustädten war es ein sehr beliebtes Instrument. „Das Akkordeon war dem Kumpel Anton sein Klavier. Wir wollen die Version 2.0 davon schaffen“, so Stefan Kutscher schmunzelnd. Die Beliebtheit bei den Bergleuten lag auch daran, dass mit dem Instrument alle Arten von Musik wie Jazz, Schlager oder Volksmusik gespielt werden können. Einer, der ebenfalls die Vielseitigkeit der „Quetschkommode“ zu schätzen weiß, ist Mats Schröder (14). Seit sieben Jahren nimmt er Unterricht an der Moerser Musikschule. Mittlerweile ist er dort auch in der Begabtenförderung. „Auf den beiden Seiten des Instruments macht man zwei unterschiedliche Sachen. Das ist dann natürlich eine kleine Herausforderung“, erklärt der Gymnasiast, der das Adolfinum besucht. Er übt in der Regel an fünf Tagen bis zu 30 Minuten. Durch einen speziellen Übe-Plan für die Weihnachtsferien seines Lehrers hat er weitere Fortschritte gemacht. „Ich habe mich gefreut, dass ich das Stück dann hinterher besser konnte.“

Schüler jeder Altersstufe
Auch im Unterricht sind die Stile sehr gemischt. „Ein Erwachsener möchte gerne James-Bond-Filmmusik spielen, andere spielen lieber klassische Musik. Ich habe auch Schüler, die gerne Stücke von Helene Fischer üben. Das ist vielleicht nicht meine Musik, aber da bin ich flexibel“, erläutert Kutscher. Auch von der Altersstruktur ist die Schülerschaft gemischt: Von 5 bis 84 Jahren sind alle Generationen vertreten. „Ich habe mehrere Schüler, die weit über 70 sind und sehr gut spielen.“ Der Hintergrund ist, dass viele das Instrument früher bereits gespielt haben oder nach dem Erreichen der Rente neu damit anfangen. Was den Lehrer gerade an seinen älteren Schüler fasziniert, ist die Disziplin beim Üben. Momentan versucht der Akkordeonlehrer, ein Erwachsenenensemble auf hohem Niveau aufzubauen. Zudem gibt es neben dem Einzel- und Gruppenunterricht regelmäßige Projekte für Wiedereinsteiger oder Grundschulkinder. Schnupperstunden sind jederzeit möglich. Am Samstag, 23. März, kann man das Akkordeon und Stefan Kutscher von 15 bis 17 Uhr bei der jährlichen Instrumentensafari in der Moerser Musikschule persönlich kennenlernen.