Friedhöfe

Friedhof Meerbeck

Der Friedhof wurde 1899 angelegt, die Leichenhalle stammt aus dem Jahr 1953. Bereits 1911, ein Jahr nach der Zusammenlegung von Repelen und Baerl (der späteren Gemeinde Rheinkamp), musste die Anlage durch den weiter nordöstlich gelegenen Friedhof Lohmannsheide entlastet werden, da die 1904 gegründete Zechensiedlung Meerbeck schnell wuchs.

Mit einer Fläche von ca. 6,8 Hektar und etwa 5.200 Grabstellen ist der Friedhof Meerbeck nach Hülsdonk und Lohmannsheide die drittgrößte Begräbnisstätte in Moers.

Zu beiden Seiten der Mittelachse des Friedhofs liegen die Ehrengräber gefallener deutscher Soldaten und die zahlreicher Bombenopfer, deren Todesdaten an die großen Luftangriffe von Juli 1942 und November 1944 erinnern. Gerade die Bergarbeiterkolonie Meerbeck-Hochstraß, gelegen zwischen dem Rheinpreußen-Treibstoffwerk und dem Moerser Bahnhof, hatte viele Tote zu beklagen. Drei nach dem Krieg angelegte Ehrengräber erinnern an den Widerstand der ermordeten kommunistischen Bergleute Albert Freiberg (1885-1937) und Karl Rautenberg (1909-1937) sowie an den Sozialdemokraten Alexander Nöthen (1885-1935).

Aus beiden Weltkriegen sind auf dem Friedhof 152 Tote russischer, polnischer und deutscher Nationalität bestattet. An der nordwestlichen Mauer des Friedhofs liegen sechs „Russengräber" aus dem Ersten Weltkrieg, daneben die Grabstätten von 50 standesamtlich beurkundeten jungen Russen (Kriegsgefangene und Zivilarbeiter) aus dem Zweiten Weltkrieg. An die mehr als 750 sowjetischen Opfer im Kreis Moers in der Zeit von 1942 bis 1945 erinnert eine Tafel, die 1997 vom Verein „Erinnern für die Zukunft" und von der Stadt Moers in Anwesenheit des ukrainischen Botschafters und einer Gruppe von 24 überlebenden Zwangsarbeitern enthüllt wurde.

Die beeindruckenden, seit 1959 eingerichteten Grabstätten von Sinti und Roma sind heute über die gesamte Anlage verteilt, eine Besonderheit des Friedhofs, die namentlich bei den Totenfeiern der angereisten Nachfahren am Allerheiligentag zum Ausdruck kommt. Die Gräber gehen auf die längere Präsenz dieser Volksgruppen im Raum Moers in den ersten Nachkriegsjahrzehnten zurück. Die Friedhofsverwaltung kam ihren Bestattungssitten insbesondere bei der Anlage unterirdischer Grabkammern entgegen. Einige der Verstorbenen haben, wie die Geburtsdaten ausweisen, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik der Jahre 1936-1945 gegenüber den „Zigeunern" in ganz Europa überlebt, der Schätzungen zufolge 200.000-500.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.