Bauwerke

Schacht IV

Das „Goldschächtchen“ von Moers-Hochstrass

Fast 50 Millionen Tonnen Kohle förderte der Schacht IV der Zeche Rheinpreussen in Moers Hochstrass zwischen 1904 und 1962 zu Tage. Bis zu 3.000 Bergleute fuhren hier täglich ein, um ihre harte Arbeit unter Tage zu verrichten. Heute stehen das Doppelstrebengerüst und die noch erhaltenen Gebäude von Schacht IV unter Denkmalschutz.
Das Industriedenkmal dokumentiert die Geschichte der Anlage und vermittelt lebendige Eindrücke vom Arbeitsalltag der „Kumpel“. Das Fördergerüst von Schacht IV ist der letzte übertägige Zeuge des einstmals so ertragreichen und mächtigen Rheinpreussen-Bergbaus, dessen Erfolgsgeschichte 1851 mit ersten Probebohrungen durch den Geheimen Kommerzienrat Franz Haniel begann. Bis in die 1990er Jahre wurde das schwarze Gold aus dem 93,5 Quadratkilometer großen, ersten linksrheinischen Grubenfeld gefördert.

Als Schacht IV 1989 unter Denkmalschutz gestellt wurde, sollte er nicht nur einer von vielen ehrwürdigen stummen Zeitzeugen einer längst vergangenen Epoche sein. Vielmehr sollte das Industriedenkmal zu einem lebendigen Treffpunkt werden, der anschaulich und spannend vom Bergbau erzählt.
1992 begannen die Sanierungsarbeiten unter der Federführung der Ruhrkohle AG. Maßgeblich beteiligt war auch der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers e. V., der die Fördermittel beantragt und das Fördermaschinengebäude in Eigenregie restauriert hat.
Die maschinelle Ausstattung des Gebäudes aus dem Jahre 1906 blieb dabei fast vollständig erhalten und kann heute besichtigt werden. Im Jahr 2000 war die Restaurierung abgeschlossen und das Fördermaschinengebäude wurde eröffnet.

Herzstück des Industriedenkmals ist die mächtige Fördermaschine, die an ihrem ursprünglichen Standort im Fördermaschinengebäude noch originalgetreu erhalten ist. 84 Jahre lang hat das 2 x 700-PS-Kraftpaket treu seine Dienste getan, bis es 1990 in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wurde.
Begleitet von typischen, vom Band eingespielten Bergbau- Geräuschen begeben sich die Besucher auf einen kurzweiligen Streifzug durch die Bergbaugeschichte. Fotos und liebevoll zusammengetragene Exponate vermitteln charakteristische Einblicke in die Zeit, als der Bergbau das Leben im Ruhrgebiet fest in seiner Hand hatte. Videofilme zeigen, wie sich der Bergbau im Laufe der Zeit gewandelt hat, den kleinen Besuchern bringen kindgerechte Dokumentationen das Thema näher.

Ehemalige Bergleute vor Ort sind jederzeit für Fragen offen und „würzen“ das Gezeigte mit persönlichen Erlebnissen und Anekdoten.

 

(Text: GMGV)