Bauwerke

Schacht IV

Gewerbepark Schacht IV

Die Schachtanlage Rheinpreußen 4 wurde in den Jahren 1900 bis 1904 als Anschlußanlage der Zeche Rheinpreußen in Moers östlich der Römerstraße niedergebracht. Sie war von vornherein als eigenständige Förderanlage konzipiert und wurde daher mit einem Doppelbockfördergerüst zur Förderung und Seilfahrt ausgestattet. Weiterhin wurde auf der Anlage eine Kokerei eingerichtet. Gemeinsam mit der benachbarten Anlage Rheinpreußen 5 wurde ab Betriebsbeginn der mechanische Ausbau der Gewinnungsbetriebe durchgeführt. So erfolgte 1905 der Einsatz der ersten Schüttelrutsche.

Die Schachtanlage 4 entwickelte sich wirtschaftlich gut und konnte bald eine Förderung von fast 1 Million Tonnen Kohle jährlich aufweisen. Die 1914 und 1925 stillgelegten Schachtanlagen 1/2 und 3 der Zeche Rheinpreußen in Homberg wurden an die Anlage angeschlossen, und fortan als Außenanlagen weitergeführt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die bergrechtliche Gewerkschaft Rheinpreußen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Durch diese wurden umfassende Maßnahmen zur Zusammenfassung der Förderung vorgenommen. Diese wurden Zug um Zug durchgeführt. So wurde 1954 ein Teil des Südfeldes wegen der dortigen Anthrazitvorkommen an die Zeche Diergardt verpachtet. Weiterhin wurde der nicht mehr benötigte Schacht 2 abgeworfen und verfüllt. 1954 wurde die Kokerei zugunsten des Neubaus einer Zentralkokerei auf der Schachtanlage Pattberg außer Betrieb genommen. Ab 1958 wurde im Zuge der Rationalisierung die schrittweise Verlagerung des Abbaus aus den Südbereichen in das zentrale Grubenfeld durchgeführt. Dies führte zur Verfüllung des nicht mehr benötigten Schachtes 1 im Jahre 1960. Nach Fertigstellung des neuen Zentralförderschachtes 9 auf der Schachtanlage Rheinpreußen 5/9 1962 wurde die Einstellung der Förderung auf Rheinpreußen 4 eingeleitet. Diese wurde 1964 vollzogen. Schacht 3 wurde verfüllt, Schacht 4 wurde als Wetter- und Wasserhaltungsschacht der Schachtanlage Rheinpreußen 5/9 zugeordnet. Nach endgültiger Verfüllung des Schachtes 4 im Jahre 1988 wurde das Zechengelände saniert und das Fördergerüst restauriert und in altem Zustand wiederhergestellt. Es ist als Industriedenkmal erhalten und gehört zur Route der Industriekultur.

Im September 1997 wurde das Fördermaschinenhaus an der Zechenstraße 50 von der Landesstiftung NRW an private Investoren verkauft. Im Kaufvertrag wurde der Landesstiftung ein Dauernutzungsrecht eingeräumt. Dieses Nutzungsrechts hat die NRW Stiftung auf den Grafschafter Museum- und Geschichtsverein (GMGV) übertragen. Der Grafschafter Museum- und Geschichtsverein führte als Dauernutzer und als Bauherr die Renovierung des sich im originalen Zustand des Jahres 1906 befindlichen Fördermaschinenhaus durch. Das Maschinenhaus ist in der architektonischen Bauform des Historismus gestaltetet. Im September 2000 waren die Renovierungsarbeiten abgeschlossen und seitdem arbeiten Mitglieder des GMGV ehrenamtlich am Erhalt und Ausbau des Denkmals. Vereinsmitglieder halten das Industriedenkmal Rheinpreußen Schacht IV an Sonntagen im Sommer von 14.00 – 17.00 Uhr für Besucher offen. Sie freuen sich über den Besuch von Schulklassen, die sie gerne zu vereinbarten Schulzeiten durch das Maschinenhaus mit Ausstellungsstollen führen.

Das Fördermaschinenhaus wird vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein in Moers betreut.