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vhs-Dozentin aus Überzeugung

Gemeinsam auf Augenhöhe Italienisch lernen 

Dr. Paola Pusceddu (hinten) mit Mitgliedern ihres Konversationskurses. Die Te...

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Bild: © Presse Moers: Hanna Ecker

Moers/Kamp-Lintfort. (pst) Was verschlägt einen Menschen eigentlich aus dem sonnenverwöhnten Sardinien an den Niederrhein? „Die Liebe, natürlich!“ Dr. Paola Pusceddu Meisel lacht, als sie sich an das Jahr 1987 zurückerinnert. Seitdem lebt sie in Deutschland und arbeitet als Dozentin für Italienisch an der vhs Moers – Kamp-Lintfort. Außerdem unterrichtet sie am Georg-Forster-Gymnasium in Kamp-Lintfort. Kurioserweise hatte sie den Job an der vhs noch bevor sie deutschen Boden betrat. „Ich hatte in Cagliari, der sardischen Hauptstadt, englische und romanische Literatur studiert und wurde in Literaturwissenschaften promoviert. Natürlich wollte ich auch in Deutschland einer Tätigkeit nachgehen, in der mir meine Qualifikationen zugutekommen“, berichtet die Dozentin. „Mein Mann rief deshalb beim damaligen vhs-Fachbereichsleiter Dr. Bernhard Schmidt an und fragte, ob eine Lehrerin für Italienisch gebraucht wird. Dass ich zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort Deutsch sprach, erwähnte er Dr. Schmidt gegenüber ebenfalls.“ Dessen Antwort amüsiert sie noch heute „Ihre Frau soll Italienisch unterrichten, da braucht sie kein Deutsch!“ Der Sprung ins kalte Wasser gelang.

System vhs ist „wunderbar“
Ihr Deutsch ist mittlerweile perfekt und der vhs Moers – Kamp-Lintfort ist Dr. Paola Pusceddu Meisel nach wie vor treu. „Was ich am System vhs mag ist, dass sich in den Kursen so unterschiedliche Menschen zusammenfinden, um gemeinsam auf Augenhöhe etwas zu lernen. Ob Akademiker oder Hilfsarbeiter, jedem ist der Zugang offen. Das ist wunderbar.“ Dass ihre Leidenschaft für Italienisch ansteckend wirkt, bezeugt ein „Pflichttermin“, dem sie seit fast 20 Jahren jeden Donnerstag um 19.30 Uhr in Kamp-Lintfort nachgeht. Dann findet ihr Konversationskurs statt, erst in der legendären „Baracke“ an der Friedrich-Heinrich-Allee, mittlerweile im Diesterweg-Forum in der Vinnstraße. Manche der Teilnehmenden sind seit Anfang an dabei und haben ihre ersten Schritte auf Italienisch bei ihr gemacht. Man unterhält sich über aktuelle Themen aus Italien und der Welt, liest zusammen oder diskutiert über Dinge, die den Teilnehmenden auf den Nägeln brennen.

Einstieg jederzeit möglich
„Es macht mir auch nach all den Jahren noch sehr viel Spaß zu unterrichten, auch weil manche Teilnehmende mittlerweile gute Bekannte geworden sind. Ein Höhepunkt für uns ist immer unsere Weihnachtfeier mit italienischen Leckereien.“ Bedauerlich findet Paola Pusceddu Meisel, dass Italienisch, ähnlich wie Französisch, mittlerweile nicht mehr so stark gefragt ist wie noch vor 10, 15 Jahren. „Mittlerweile sind die Kurse nicht mehr so groß. Das hat Vor- und Nachteile. Natürlich freuen wir uns immer über Neuzugänge; wenn diese eine ähnliche Leidenschaft für Italien und Italienisch haben, umso besser.“ Übrigens ist auch der Einstieg in einen „alten“ Kurs jederzeit möglich. „Wir freuen uns immer über neue Gesichter und neue Perspektiven.“